Wort-und-Wissen-Info 1/2025
Inhalt
- Grußwort von Reinhard Junker
- Sie Verwechslung von Randbedingungen mit Ursachen
- Nachruf auf Günter Bechly (1963–2025)
- Zum Abschied von Johannes Weiss von der Arbeit bei Wort und Wissen
- Neu bei Wort und Wissen: Christopher Scholl
- Tagungsbericht W+W Fachtagung Kultur & Geschichte 2024
- Fotowettbewerb für den neuen W&W-Kalender 2026
- Dank des Schatzmeisters
- Einladungen zu Tagungen
Grußwort von Reinhard Junker
Liebe Freunde von Wort und Wissen,
die unten stehenden Worte Jesu aus der Bergpredigt sind sehr interessant und ermutigend. Hier ist von Gott als Schöpfer die Rede: Gott ist es, der die Lilien und mit ihnen auch alle anderen Pflanzen kleidet – und dabei ist die „Kleidung“ der Lilien sogar prächtiger als alle menschengemachte Kleidung! Salomos Pracht ist hier das „Nonplusultra“, das Jesus als Vergleich heranzieht: Die Lilien sind noch besser gekleidet als der reichste König Israels.
„Schaut die Lilien auf dem Felde an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in seiner Pracht nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Felde so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr tun für euch, ihr Kleingläubigen?“ (Matth. 6,28b–30)
Woher weiß Jesus das eigentlich so genau? Ganz einfach: Er ist gemeinsam mit dem Vater der Schöpfer aller Dinge (Kol. 1,16) und kennt seine Schöpfung durch und durch. Daher weiß er, dass die Blumen prächtiger sind als die beste Kleidung von uns Menschen – wie teuer sie auch gewesen sein mag. Der

Lilienblüte (Quelle: Pixabay)
Text macht darüber hinaus aber vor allem deutlich, dass das Schöpfer-Sein Gottes auch große Bedeutung für unser persönliches Leben hat. Das verdeutlicht Jesus durch eine doppelte Steigerung – durch einen Schluss vom Kleineren auf das Größere, wie wir ihn öfter in der Heiligen
Schrift finden können. Von der ersten Steigerung war schon die Rede: Die Lilien sind besser ausgestattet als König Salomo in seiner Kleiderpracht. Darauf setzt die zweite Steigerung auf: Wenn Gott die kurzlebigen Blumen derart gut ausstattet, wird er das erst recht mit uns Menschen tun und uns versorgen. Gott als Schöpfer kümmert sich auch um uns. Auch wenn wir in Europa uns normalerweise um unsere Kleidung nicht sorgen müssen: Es gibt vieles im Leben, das wir selbst nicht in
der Hand haben. Aber die Zusage Jesu gilt für alles – denn die Versorgung mit Kleidung steht auch hier bildhaft für „alles, was ihr benötigt“ (Mt 6,32). Auch bei vielen scheinbar selbstverständlichen Dingen ist es so, dass wir sie nicht in der Hand haben. Das ist uns oft leider nicht wirklich bewusst, solange es uns gut geht – bis ein Mangel auftritt. Jesus weiß auch, dass wir uns schwer tun, Vertrauen in Gottes Fürsorge zu haben und nennt seine Zuhörer daher „Kleingläubige“. Jesus kennt unser Herz und will uns mithilfe dieses Vergleichs mit für uns alltäglich sichtbaren Dingen wie Blumen daran erinnern, dass Gott uns versorgt. Derjenige, der alles geschaffen hat und sich um seine Geschöpfe kümmert, ist als Schöpfer dann erst recht für dich da – weil du ja ein (Eben-) Bild Gottes bist (vgl. 1. Mose 1,26f) – ein Meisterstück der Schöpfung sozusagen. Daran kann uns jede Blume erinnern.
Es grüßt Sie herzlich, Ihr Reinhard Junker
Sie Verwechslung von Randbedingungen mit Ursachen
Eine gigantische Eiszeit soll die Entstehung der Baupläne der Lebewesen ausgelöst haben. Was ist davon zu halten?
Seit der Etablierung von Darwins Selektionstheorie hat es sich eingebürgert, bei den Konstruktionen der Lebewesen von „Anpassungen“ zu sprechen. Dies wird damit verknüpft, dass sie durch einen Anpassungsprozess evolutiv entstanden seien. Zum Beispiel: Vogelfedern oder die Flughäute der Fledermäuse sind an die aerodynamischen Gegebenheiten der Luft angepasst. Wir sind so an diese Redeweise gewöhnt, dass wir meistens nicht merken, dass sie verkehrt ist. Ein Vergleich kann dies klar machen. Was würden Sie dazu sagen, wenn man davon sprechen würde, dass Waschmaschinen an Wasser oder an dessen Eigenschaften angepasst sind? Oder wenn jemand gar behaupten würde, dass die Eigenschaften des Wassers der Auslöser dafür waren, dass Waschmaschinen entstanden sind?
Ein aktueller Beitrag im Flaggschiff der deutschsprachigen populärwissenschaftlichen Zeitschriften, Spektrum der Wissenschaft, argumentiert tatsächlich genau so. Denn unter der Überschrift „Super-Eiszeit ermöglichte biologische Vielfalt“ wird behauptet, dass wir die verschiedenartigen Baupläne des Lebens – „von Vögeln, die fast ihr ganzes Leben in der Luft verbringen, über jahrtausendealte Klonkolonien bis hin zu den konkurrenzlosen Megabauwerken der riffbildenden Korallen“ – „vor allem einer Super-Eiszeit“ verdanken.1
„Die Vorfahren von Pflanzen und Tieren bildeten eine Milliarde Jahre lang nur wenig neue Formen. Doch dann schlug eine globale Katastrophe zu – und entfesselte die Evolution.“ Eine sehr interessante Formulierung! Würde man sie wörtlich nehmen, wäre die Evolution der Baupläne des Lebens lange Zeit gefesselt gewesen, und schließlich befreit worden – „entfesselt“ – und zwar durch eine Katastrophe, durch eine gigantische Eiszeit.
Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe um Qing Tang von der Universität Nanjing, worüber sie in einer der bedeutendsten Wissenschaftszeitschriften, Science, berichtet.2 Die Evolution der Vielzeller habe sich nach der Vereisungsepoche des Cryogeniums vor rund 650 Millionen (radiometrischen) Jahren dramatisch geändert: „von gemächlich und stabil zu sprunghaft und radikal“. Die Forschergruppe schreibt in ihrem Science-Artikel, „dass die globale Vergletscherung eine wichtige Rolle bei der Makroevolution der Eukaryoten des Proterozoikums spielte“ und sieht Hinweise auf einen „möglichen kausalen Zusammenhang zwischen der Sauerstoffanreicherung der Ozeane und dem Auftreten makroskopischer Tiere“.
Die Idee, dass diese mutmaßliche Mega-Eiszeit die Evolution der Lebewesen ausgelöst habe, ist schon alt; die Wissenschaftler sprechen von „Schneeball Erde“.3 70 Millionen Jahre lang sollen Eispanzer die Kontinente der Erde bedeckt haben und die Ozeane fast komplett zugefroren gewesen sein. Doch ausgerechnet diese globale Krise soll – so Spektrum – die „evolutionäre Trägheit“ beendet haben.
Eine weitere Eiszeit vor 580 Millionen Jahren sei anschließend der Startschuss für die ersten Tiere gewesen, die sogenannte Ediacara-Fauna. Abb. 1 vermittelt in künstlerischer Darstellung einen Blick in diese fremdartige Lebewelt. Etwa 60 Millionen Jahre danach soll sich schließlich die sogenannte „kambrische Explosion“ ereignet haben – das Auftreten Dutzender neuer Baupläne in geologisch extrem kurzer Zeit.4 Physikalische Randbedingungen wie in diesem Fall starke Temperaturschwankungen also als Auslöser für die Entstehung neuer Tierbaupläne? Hier werden – wie so oft in evolutionstheoretischen Erklärungsversuchen Begleiterscheinungen oder Randbedingungen mit Ursachen verwechselt. Wenn in der auf den Naturalismus festgelegten Ursprungsforschung das Wirken eines Schöpfers kategorisch ausgeschlossen wird, besteht nur die Chance, die „beste“ Antwort unter der Annahme einer natürlichen, nicht-kreativen Entstehung zu bekommen.
Aber ist diese „beste“ Antwort für die Frage der Entstehung der Baupläne des Lebens überhaupt eine Antwort? Urteilen Sie selbst!
Reinhard Junker
Quellen:
- https://www.spektrum.de/news/evolution-biologische-vielfalt-entstand-durch-super-eiszeit/2247452
- https://www.science.org/doi/10.1126/science.adm9137
- vgl. Manfred Stephan im Studium Integrale Journal
- Näher beschrieben im Artikel „Kambrische Explosion“
Nachruf auf Günter Bechly (1963–2025)
Am 8. Januar erreichte mich die sehr betrübliche Nachricht vom überraschenden Tod von Günter Bechly. Erst kurz zuvor noch hatte er sich zu einem ins Englische übersetzten Beitrag von mir geäußert und Tipps für eine Veröffentlichung gegeben. Nun würde ich ihn nicht mehr fragen können. Ein unwirklicher Gedanke. Günter Bechly war Paläontologe, sein Spezialgebiet fossile Insekten – in seinem Fach ein international anerkannter Experte. Eine Reihe von neu entdeckten fossilen Insektenarten, eine Gattung und eine Familie tragen seinen Namen.
Bechly wurde auch außerhalb von Fachkreisen hierzulande bekannt, weil er einer der ganz wenigen Wissenschaftler war, die in Bezug auf „darwinistische Evolution“ nicht nur den naturalistischen Konsens der Wissenschaftsgemeinschaft verließen, sondern dies auch publik machten – bei Bechly geschah dies allerdings erst etliche Jahre nach seiner inneren Abwendung. Er war in einem atheistischen Umfeld groß geworden, und die Bibel und das Christsein waren ihm fremd. Ein Umdenken setzte bei ihm ein, als er anfing, Bücher von Anhängern des „Intelligent-Design-Ansatzes“ zu lesen. Der Anlass dazu wiederum war eine Ausstellung zum Darwin-Jahr 2009, die er im Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart organisierte. Dort am Museum war er von 1999–2016 Kurator für Bernstein und fossile Insekten. Am „Darwin-Day“, dem 24. November, organisierte er im Museum eine ebenso denkwürdige wie merkwürdige Podiumsdiskussion mit neun Beteiligten, zu denen auch ich gehörte und zu der er sogar Douglas Axe vom Discovery Institute aus den USA einfliegen ließ.1

Günter Bechly bei der Aufnahme seines Zeugnis-Videos, das auf YouTube abrufbar ist.
Nachdem er sich sieben Jahre später als Anhänger von „Intelligent Design“ geoutet hatte, passierten Dinge, die vorhersagbar waren. Um es kurz zu machen: Er konnte zwar nicht so ohne Weiteres gekündigt werden, aber das Leben am Museum wurde ihm so schwer gemacht, dass er sich gezwungen sah, selber den Hut zu nehmen – das war der Preis dafür, dass er seine veränderte Einstellung publik machte. Jeder, der es sehen wollte, konnte hier beispielhaft erkennen, dass die Wissenschaftlergemeinschaft und die angegliederten Bildungsstätten absolut intolerant sind in Bezug darauf, wie man den Ursprung der Lebewesen sehen müsse: nämlich ohne jede wie auch immer geartete Bezugnahme auf einen Schöpfer. Einen spannenden 32-minütigen Bericht von Bechly hat unser Projektmitarbeiter Timo Roller im Jahr 2017 in seiner Wohnung aufgenommen, der auf YouTube2 bis heute ca. 47.000-mal aufgerufen worden ist.
Bechly fand beim Discovery Institute (Seattle/USA) als externer Mitarbeiter – mittlerweile nach Österreich umgezogen – eine neue Aufgabe und widmete sich forthin kritischen Fragen der Fossilforschung. Er trug sehr viel Belegmaterial zusammen, das klar gegen eine darwinistische Sicht spricht. Davon konnte ich viel profitieren, da ich auch an einigen paläontologischen Fragen gearbeitet habe; das gilt auch für unsere ebenfalls paläontologisch interessierten Mitarbeiter Benjamin Scholl und Henrik Ullrich. Seit Juni 2022 postete Bechly jeden Freitag spannende Beiträge unter der Rubrik „Fossil Friday“, den letzten am 3. Januar 2025, insgesamt kamen 135 Beiträge zusammen.3 Abgesehen von persönlichen Kontakten kreuzte Bechly die Wege der Studiengemeinschaft Wort und Wissen im Sommer 2018, als er als Referent auf unserer Jahrestagung eingeladen war. Gegenüber Wort und Wissen war er dennoch distanziert. Für unsere biblische Sicht von der Schöpfung konnte er sich auf Dauer nicht erwärmen. Forschung sollte seiner Meinung nach ohne Motivation von biblischer Schöpfungslehre geschehen.
Im September 2016 hatte er auf seiner facebook-Seite noch geschrieben, dass die natürliche Lesart der Genesis als wahre Geschichte nicht abzulehnen sei, „weil diese Geschichte die Grundlage für alle christlichen Kernlehren sei und von Jesus, Petrus und Paulus als wahre Geschichte bestätigt wurde“. Schade, dass er nicht dabei geblieben ist. Den persönlichen Kontakt zu einzelnen Mitarbeitern von Wort und Wissen pflegte er aber bis zuletzt freundlich und aufgeschlossen.
Nach einigem Ringen gab er Evolution als Rahmenparadigma schließlich doch nicht auf, gestand aber in einem Beitrag des letzten Jahres, dass ihn die systematisch nicht passenden Daten diesbezüglich doch stark ins Grübeln brächten. Seine zahlreichen wertvollen Arbeiten zur Fossilüberlieferung bleiben uns auch nach seinem plötzlichen Tod erhalten, für mich ist das allerdings nur ein schwacher Trost. Möge Gott mit seiner Familie und seinen Angehörigen sein.
Reinhard Junker
- Bericht unter https://www.wort-und- wissen.org/disk/d09-1
- https://www.youtube.com/watch?v=LWVIzw0mTOw
- https://evolutionnews.org/page/1/?s=Fossil+friday
Zum Abschied von Johannes Weiss von der Arbeit bei Wort und Wissen
Als Frank Meyer, unser langjähriger und bewährter Mitarbeiter im Bereich Grafik-Design und Medienstelle im Mai 2020 das Ruhestands-Alter erreicht hatte, standen wir vor der Herausforderung, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Doch Gott hatte schon vorgesorgt. Johannes Weiss begann seine Arbeit bei Wort und Wissen am 1. Juli 2020. Wie kam es dazu?
Aufgrund eines glücklichen Umstands konnte ich zusammen mit meiner Frau im Mai 2019 nach einem Kurzurlaub in Vorarlberg einen Abstecher nach Rorschach am Bodensee machen, um einer kurzfristigen Einladung von Johannes Weiss zu folgen – zu einem Wiedersehen nach vielen Jahren. Johannes hatte in den 1990er- Jahren eng mit Richard Wiskin als Grafiker zusammengearbeitet und ungezählte Illustrationen für dessen Vorträge und auch für seine von Wort und Wissen herausgegebenen Buchpublikationen angefertigt – wie z. B. „Die Bibel und das Alter der Erde“ oder „Die ersten Gipfelstürmer“. Später entwarf er das Layout der neu bearbeiteten 1. Auflage von „Evolution. Ein kritisches Lehrbuch“ (1997–1998). Damals fuhr ich regelmäßig zu ihm in die Schweiz, um Details der Gestaltung zu besprechen. Später war die Zusammenarbeit lange Jahre zwar nur noch auf Sparflamme, aber wir verloren uns nicht aus den Augen.

Johannes Weiss und sein Nachfolger Christopher Scholl in der Geschäftsstelle von W+W
Bei unserem Besuch in Rorschach erfuhren wir nun, dass Johannes sich beruflich möglicherweise umorientieren müsse. Als dann ein Nachfolger von Frank Meyer gefragt war, kam mir das wieder in den Sinn und ich dachte darüber nach, ob Johannes der gesuchte Mitarbeiter sein könnte. Aber würde ein Schweizer in den Schwarzwald ziehen wollen? Doch Fragen kostet nichts! Und um die Sache kurz zu machen: Johannes willigte ein. Die „Corona-Zeit“ war angebrochen und das Reisen über die Grenze schwierig, aber zum richtigen Zeitpunkt wurden die Kontrollen beendet und Johannes konnte uns im Juni 2020 mit seiner Stiefmutter besuchen, um konkrete Dinge zu besprechen. Es war ein kleines Wunder, dass er rechtzeitig eine ideale Wohnung am Marktplatz im benachbarten Freudenstadt fand. Auch andere Dinge fügten sich entsprechend Gottes Führung gut.
Ein erstes großes Projekt war die graphische Gestaltung des neuen populären Buches „Schöpfung oder Evolution. Ein klarer Fall!?“. Zu Johannes‘ regelmäßigen Aufgaben gehörte die Gestaltung unseres Studium Integrale Journal, die er gekonnt und immer pünktlich erledigte. Dazu kamen weitere Buchprojekte, drei Minihefte und diverse kleinere Aufgaben im Bereich Grafik/Design sowie die Erstellung zahlreicher Flyer hauptsächlich für unsere Veranstaltungen. Außerdem gestaltete er Videos zum oben genannten Buch, in denen ein leicht überarbeiteter Buchtext gut bebildert und mit kurzen Filmsequenzen im Videoformat präsentiert wurde. Das war für ihn Neuland, aber die Arbeit mit den Videos lag ihm und machte ihm Freude. Daher konnte er sich schnell und gut einarbeiten. Insgesamt 17 Folgen à jeweils 15–18 Minuten – also ¾ des Buches – sind so entstanden und auf unserem YouTube-Kanal verfügbar. Dazu kamen administrative Aufgaben und der Medienversand – die sicherlich nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehörten, in die er sich aber dennoch bereitwillig einarbeitete.
Im Herbst 2023 stand der Umzug der Geschäfts- und Medienstelle nach Freudenstadt an. Johannes organisierte alles Nötige und richtete die neue Geschäftsstelle geschmacksvoll und zweckmäßig ein. Er hatte auch die neue Lokalität gesucht und gefunden. Das neue „Domizil“ hat sich als sehr passend für die Geschäftsstelle von Wort und Wissen erwiesen. Nun hat uns Johannes Weiss zwar mit rechtzeitiger Vorankündigung, aber doch etwas überraschend zum 31. Januar verlassen. In den letzten Monaten konnte er noch unseren neuen Mitarbeiter Christopher Scholl einweisen, der wichtige Aufgabenbereiche von ihm übernehmen wird.
Wir haben Johannes nicht gerne ziehen lassen. Aber so wie er sich von Gott vor 4 ½ Jahren nach Freudenstadt geführt sah, so sah er auch den Weg zurück in seine Heimat Schweiz. Ab Mitte März soll zunächst ein längerer Aufenthalt in Südamerika folgen. Die weiteren Wege für ihn sind noch nicht vorgezeichnet. Wir wünschen Johannes Gottes Geleit und Segen für seinen weiteren Lebensweg und bleiben brüderlich verbunden. Im Namen des Leitungskreises, der hauptamtlichen Mitarbeiter und der Freunde der SG Wort und Wissen möchten wir ein herzliches Dankeschön für Deine vielseitige Unterstützung weitergeben. Gott vergelte es Dir!
Reinhard Junker
Neu bei Wort und Wissen: Christopher Scholl
Christopher Scholl (Grafik und Web) stellt sich vor.
In der vorletzten Ausgabe dieses Hefts (3/24 Nr. 148) beschrieb mein Bruder Benjamin Scholl (*1990) in einem bewegenden Nachruf auf unseren verstorbenen Großvater Karl Heinz Scholl (*1933, †2024), dass er einen großen Einfluss auf Benjamins Weg zum Glauben, zur Wissenschaft und letztlich auch zu Wort und Wissen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter hatte. Dabei illustrierte er, wie wichtig es ist, die eigene Familie in Gottes Wort und dem kritischen Denken zu schulen. Nicht einmal ein Jahr, nachdem Karl Heinz zu unserem Heiland Jesus Christus heimgekehrt ist, darf ich nun berichten, dass auch ein zweiter seiner Enkelsöhne einen Platz bei Wort und Wissen gefunden hat. Wie es dazu gekommen ist, möchte ich nun schildern.
Genau wie mein Bruder hatte ich schon früh eine Faszination für Gottes Schöpfung, nicht zuletzt natürlich wegen des guten Einflusses meiner Familie. Meine Großeltern, Eltern und Geschwister, sowie gute Freunde in der Gemeinde und Kinderfreizeitmitarbeiter lehrten mich schon früh den christlichen Glauben, sodass ich bereits mit ca. elf Jahren mein Leben Jesus geben durfte. Wohin Gott mich allerdings führen wollte, wusste ich damals noch nicht. Und das blieb für eine lange Zeit so. Mein Studienfach als Medieninformatiker an der Bauhaus-Universität in Weimar wählte ich mit dem vorläufigen Plan, Informatiker bzw. Entwickler zu werden. Meinen Dienst für das Reich Gottes tat ich losgelöst davon in Form von Andachten, gelegentlichen Predigten und christlichen YouTube-Videos. Letztere beschäftigten sich dabei auch mit Themen, die zu dem Spektrum von Wort und Wissen gehören (Biologie und Archäologie im Kontext der Bibel).
Es ist vielleicht nicht überraschend zu lesen, dass mein Bruder schon früher versucht hatte, mich zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei Wort und Wissen zu bewegen – nur fehlte mir damals noch eine Vorstellung, wie das konkret aussehen könnte.
Wie sich letztes Jahr aber herausstellte, lag mein Bruder aber doch nicht so falsch. Just am Tag der Abgabe meiner Bachelorarbeit, teilte er mir mit, dass sich voraussichtlich eine Stelle bei Wort und Wissen als Grafiker auftun würde. Das war für mich eine wunderbare Gelegenheit, meine Fähigkeiten und Interessen zu kombinieren. Grafiken und Übersichten zu den fachlichen Themen von Wort und Wissen zu erstellen, war in den letzten Jahren bereits mein Hobby geworden.
Von da an ging alles sehr schnell. Mein Bewerbungsgespräch hatte ich nicht mal eine Woche später und bereits im November konnte ich nach Freudenstadt ziehen, um ein einmonatiges Praktikum zu machen. Aus diesem Praktikum wurde am 1. Dezember eine Festanstellung. Nun darf ich Wort und Wissen in den Bereichen Grafik und, sobald einige aktuelle Herausforderungen wegen der Neustrukturierung der Geschäftsstelle nach dem Weggang meines Vorgängers überstanden sind, Internetauftritt und Videoproduktion unterstützen. Dieser Vorgänger ist Johannes Weiss, der mir in den ersten drei Monaten noch zur Seite gestanden und mich in allen Dingen selbstlos unterstützt hat. Ich habe viel von ihm gelernt und bin ihm sehr dankbar für alles. Nun hat er einen neuen Lebensabschnitt begonnen und wir suchen noch einen passenden Ersatz für seine anderen Aufgaben im Versand (siehe die Stellenausschreibung im letzten info-Heft 4/24 Nr. 149).
Letztlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass Gottes Plan für uns oft im Vorhinein noch nicht absehbar ist. Wir dürfen aber sicher sein: Gott hat für jeden von uns einen Plan – das darf ich in Anbetracht des letzten halben Jahres bezeugen.
Christopher Scholl
Tagungsbericht W+W Fachtagung Kultur & Geschichte 2024
Die Fachtagung im November 2024 stand unter dem Thema „Wer bestimmt, was Fortschritt ist und wohin die Reise geht?“ und wurde vom Referententeam aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.

Abb. 1: Podiumsdiskussion mit Stephan Schmitz, Tobias Kolb, Boris Schmidtgall, Martin Erdmann und Susanne Roßkopf (v. l. n. r.)
Professor Daniel von Wachter, häufiger Gast der Fachtagung, warf die Frage nach dem Verhältnis von Staat und Kirche und damit verbunden nach der Zuständigkeit und Verantwortung für Bildung und Erziehung auf. Beispielsweise hatte der Rechtsphilosoph Julius Stahl (1802–1861) für eine enge Allianz zwischen Thron und Altar plädiert, damit verbunden sei aber auch staatlich gelenkte, christlich untermauerte Bildung und Erziehung. Von Wachter kritisierte, dass der Staat bis heute das Mandat über Bildung und Erziehung beanspruche, das christliche Fundament werde dabei aber absichtsvoll verworfen und säkularisiert. Diese Anmaßung und Übergriffigkeit des Staates auf die Hoheit und Verantwortung von Eltern für ihre Kinder müsse erkannt und benannt werden.
Dr. Boris Schmidtgall zog eine kritische Bilanz zum Wissenschaftsbetrieb, dem genuin die Förderung des Fortschritts durch solide Wissenschaft und Forschung eignet, der aber durch „weltanschaulich gebundenen Dogmatismus“ das Anliegen von Wissenschaft korrumpiert. Wissenschaftler seien sich der Einhegung ihrer Forschungen auf der Grundlage des naturalistischen Weltbilds wohl bewusst und räumten diese absichtsvolle Begrenzung auch ungeniert ein. Grundlage der Wissenschaft sei nicht mehr die aufrichtige Suche nach Wahrheit, sondern das Bemühen, das Theorem des Naturalismus möglichst faktenreich abzusichern.
Ebenfalls kritisch zeigte Dr. Martin Erdmann am Beispiel der USA im 19./20. Jh. die unheilvolle Melange von imperialen Machtgelüsten und christlich verbrämtem Missionseifer – im Namen des Fortschritts. Die theologische Perspektive auf das Geschichtsverständnis der Bibel als einer Verfallsgeschichte unternahm Tobias Kolb.

Abb. 2: Karin und Georg Bauer gestalteten den musikalischen Rahmen der Tagung für Kultur & Geschichte.
Last but not least zeigte Dr. Susanne Roßkopf die Wirkmächtigkeit der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule, die ihr erklärtes Ziel, die „produktive Weiterentwicklung des Marxismus“, im Sinne des Fortschritts auf dem Weg in eine bessere Gesellschaft, zielstrebig verfolgte.
Die Modelle und Analysen waren theoretischer Art und sollten es auch sein, allerdings blieben mancherlei Ideen auch virulent, besonders die Kritik an Autorität, das Konzept der „repressiven Toleranz“ und der Glaube an die Wirkmacht des „herrschaftsfreien Diskurses“. Die Podiumsdiskussion am Abend mit den Referenten und Dr. Stephan Schmitz (langjähriges Mitglied im Leitungskreis von W+W), moderiert durch Susanne Roßkopf, wälzte die Frage des Fortschrittsglaubens, ob der Fortschrittsoptimismus seine Wirkmächtigkeit eingebüßt hat oder unverdrossen an der Idee des „immer höher – weiter – besser“ festgehalten wird und welche Rolle dabei Glaube und Religion haben.
Deutlich wurde, dass die hochfliegenden Ideen der Transhumanisten, die im Namen des ungebremsten Fortschritts das Wetterleuchten einer schönen neuen Welt prognostizieren, sich selbst überbieten und dabei doch wenig anzubieten haben.
Die musikalische Begleitung der Tagung mit dem Ehepaar Georg und Karin Bauer (Klavier, Flöte und Gesang) war angesichts der teils doch schweren inhaltlichen Kost wohltuend entspannend und lenkte immer wieder den Blick auf den allmächtigen Gott, der die Welt in seinen Händen hält.
Die Teilnehmer der Tagung waren teilweise „Wiederholungstäter“, die erfreulicherweise mittlerweile zum festen Stamm der Tagungsteilnehmer zählen. Es waren auch „neugierige Neue“ dabei, die Wort und Wissen näher kennen lernen wollten und zur besonderen Freude der Veranstalter auch Schüler, die von einer Lehrerin einer Bekenntnisschule mitgebracht wurden und die tapfer durchhielten.
Susanne Roßkopf
Der Ausblick für 2025
Save the date: 7.–9. November 2025 im Haus Sonnenblick/Bad Teinach
Thema: Minderheiten unter Druck: Juden und Christen – Geschichten von Leid, Verfolgung und Widerstand.
Fotowettbewerb für den neuen W&W-Kalender 2026

Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf den Fotowettbewerb im vergangenen Jahr zurück. Erneut gingen bei uns viele erfreuliche Rückmeldungen zu dem Kalender ein. Daher werden wir auch für das Jahr 2026 wieder einen Fotowettbewerb ausschreiben. Wir freuen uns über interessante Fotos, die auf die Arbeitsbereiche von W+W Bezug nehmen: Archäologie/ Geschichte, Biologie, Geowissenschaften, Kultur und Geschichte, Philosophie, Physik/Kosmologie und Wirtschaft.
Zur Teilnahme am Wettbewerb für den W+W-Kalender 2026 schicken Sie bitte Ihre Fotos mit vollständiger Angabe Ihrer Postanschrift an folgende E-Mail-Adresse: fotowettbewerb@wort-und-wissen.de. Pro Teilnehmer können maximal drei Bilder eingeschickt werden. Sie müssen selbst Urheber und somit Fotograf der Fotos sein und die Bilder im Querformat aufgenommen haben. Bitte vermerken Sie des Weiteren in der E-Mail, was auf den jeweiligen Fotos dargestellt ist, z. B. Name, Bezeichnung oder Ortsangaben. Der Teilnahmeschluss ist der 1. Mai 2025; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Jury wählt aus allen Einsendungen zwölf Bilder für den W+W-Kalender 2026 aus. Neben ästhetischen und qualitativen Kriterien spielen auch die Originalität sowie die Verknüpfung zu den W+W-Fachbereichen eine zentrale Rolle. Sollte Ihr Foto für den kommenden Kalender ausgewählt werden, erhalten Sie drei Kalender kostenlos und für jedes im Kalender verwendete Foto einen Büchergutschein über 20 EUR, einlösbar im Webshop von Wort und Wissen. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und sind gespannt auf neue Einblicke in Gottes wunderbare Schöpfung.
„Denn er sprach und es geschah, er gebot und es stand da.“ (Ps 33,9)
Dank des Schatzmeisters
Kann ein Haushaltsplan treu sein?
Jedes Jahr steht der Leitungskreis vor der Aufgabe, den Haushaltsplan für das kommende Jahr zu verabschieden. Unser Wunsch ist es, dass Gott auch in uns treue Knechte sieht, die mit den Gaben, die Gott ihnen gibt, recht und treu umgehen (vgl. Mt 25,21).
Gottes Ziel ist es aber nicht nur, dass das Geld reicht (Gott hat nie zu wenig Geld), sondern durch unsere Treue, unseren Gehorsam und auch mutige Entscheidungen zu zeigen, wie groß und anbetungswürdig er ist. Der Haushaltsplan kann in dreifacher Weise aufzeigen, was Treue ist:
- Als Spender können wir zeigen, dass Gott uns wichtiger ist als unser Geld. Wir wollen als Spender mit dem uns anvertrauten Geld möglichst treu umgehen.
- Als Studiengemeinschaft denken wir darüber nach, wo wir das Geld am besten in die Arbeit Gottes investieren. Auch in Projekte, die Gott uns zeigt, die aber die Welt möglicherweise für töricht erachten würde. Wir zeigen durch unsere Entscheidungen, die Gottes Werten folgen, wie vertrauenswürdig und treu Gott ist.
- Wenn Gott selbst die Investitionen und Ausgaben segnet, sehen wir, dass Gott seine Versprechen hält und treu und gerecht ist.
Das Haushaltsjahr 2024 war durch die wirtschaftliche Situation in Deutschland sowie Entscheidungen innerhalb von Wort und Wissen bestimmt. Wir sind dafür dankbar, dass wir das Jahr mit einem Überschuss in Höhe von 18.900 € abschließen konnten. Wie die Spenden, die um 14 % auf 511.000 € zurückgingen, sind auch die Personalkosten um 15 % gesunken (durch Ausscheiden und Krankheit von drei Mitarbeitern). Die um 22 % gestiegenen Spenden nach Vorträgen und die um 27 % höheren Erlöse der Medienstelle zeigen aber, dass das Angebot von Wort und Wissen mehr Menschen erreicht. Besonders dankbar sind wir dafür, dass sich jedes Jahr neue Freunde unserer Arbeit dafür entscheiden, durch ihre Spenden ihren Teil beizutragen. Für 2025 wird es eine zentrale Herausforderung sein, den kurzfristig nötigen Wechsel der Kontoverbindung von der Postbank zur SKB-Bank möglichst ohne Verluste von Daueraufträgen umzusetzen (Spendenseite: https://lmy.de/pEbNS).
Wie üblich werden wir in der Mitgliederversammlung auf der Jahrestagung einen möglichst „treuen Haushaltsplan“ für 2025 vorstellen, der die Gaben, die Sie uns anvertrauen, treu verwendet, um dadurch Gottes Größe und Zuverlässigkeit als Geber aller Gaben zu zeigen.
Ihr Schatzmeister Stephan Schmitz
Einladungen zu Tagungen
Jahrestagung
16.–18. Mai 2025
Christliches Gästezentrum Westerwald, Heimstraße 49, 56479 Rehe
Themen und Referenten
- Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter: Was ist Aufklärung?
- Dr. Peter van der Veen: Antike Inschriften erläutern den Alltag des Alten Israel
- Dr. Matthias Klaus: Was bedeutet Geschlechtsidentitätsstörung? Ursachen, Therapien und Folgen der Transbehandlung
Parallelseminare
- Dr. Peter Trüb: Kaum Zeit für die Entstehung ferner Galaxien
- Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter: Wie der Glaube an Schöpfung, Willensfreiheit und Wunder untergraben wurde
- Johannes Dams: Belege für biblische Aussagen in außerbiblischen Texten Mesopotamiens
- Dr. Reinhard Junker: Botanische Führung
Predigt:
Alexander Seibel: Palmsonntag – der vierfache Test
Extraprogramm für Kinder (6–11 Jahre)
Einladung zur Mitgliederversammlung 2025 der SG Wort und Wissen
Zeit: Samstag, 17. Mai 2025, 14:00 Uhr –15:30 Uhr
Ort: Christliches Gästezentrum Westerwald, Heimstraße 49, 56479 Rehe
Tagesordnung:
- Begrüßung und Gebet
- Bericht des 1. Vorsitzenden
- Bericht des Schatzmeisters
- Bericht der Rechnungsprüfer
- Entlastung des Vorstandes
- Wahl der Rechnungsprüfer
- Haushaltsplan-Vorschlag 2025
- Anregungen und Anliegen der Mitglieder
- Gebetsgemeinschaft
Anregungen zu TOP 8 dürfen Sie gerne auch vorab der Geschäftsstelle mitteilen.
Kongress des Gemeindehilfsbundes
4.–6. April 2025
Geistliches Rüstzentrum Krelingen
11.–13. April 2025
Haus Felsengrund in Bad Teinach-Zavelstein
Themen und Referenten u. a.
- Daniel Kley: Data Religion – Künstliche Intelligenz als neue Gottheit?
- Dr. Boris Schmidtgall: Transhumanismus – nächste Stufe der Menschheitsgeschichte?
- Pastor Dr. Stefan Felber: Was ist der Mensch? Die Antwort der biblischen Anthropologie auf die Herausforderung des Transhumanismus
- Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter: Die Schöpfung unser Körper und die Technik
Regionaltagung Ostfriesland
31. Mai 2025
Freie Bibelgemeinde Lammertsfehn, Ahornweg 10, 26849 Filsum
Themen und Referenten
- Dr. Peter Borger:
1. Evolutionsmechanismen – wo Darwin grundlegend falsch lag;
2. Die Codes des Lebens entschlüsselt – die Zelle als Computer - Dr. Boris Schmidtgall:
1. Moderne Bioethik im Licht der biblischen Offenbarung;
2. Transhumanismus – die nächste Stufe der Evolution der Menschheit?